consonare - Ein Kammerchor aus Dresden

Presse 2002

17. Juli 2002,
Bautzner Ausgabe der Sächsischen Zeitung

 Mit geistlicher und weltlicher Chormusik gastierte jetzt der Kammerchor „Consonare“ aus Dresden in der Taucherkirche in Bautzen. Der kleine Chor musikalischer Laien vereint Sänger vom Studenten bis zum Landschaftsgestalter. Sie musizieren seit 1989 unter künstlerischer Leitung von Annette Borck, die in Dresden Kirchenmusik und in Berlin/Dresden Chorleitung studierte und 1995 ihre Studien als Diplom-Dirigent beendete.
 Das diesjährige Sommerprogramm des Chores „Der Gutzgauch auf dem Zaune ...“, womit der Kuckuck gemeint ist, sang vom Leben und Treiben des kecken Gesellen und war von Heiterkeit und mannigfaltigen Klangmischungen geprägt. Schon der Begrüßungs-Kanon „Sing cuccu“ aus dem 13. Jahrhundert bestach durch überraschende A-cappella-Schönheit, aus der die Sopranstimme wie ein Stimmwunder herausragte.
 Geistliche Chormusik aus drei Jahrhunderten erklang in diesem Konzert ebenso wie Madrigale oder zeitgenössisches Liedgut und Folklore. Liebliche, lobenswert homogene Mehrstimmigkeit schwebte wie ein Klangwunder in die Bestakustik der Kirche (Exultate Deo/Herzlich tut mich erfreuen). Regers „Antwortgesang“ bot selten gehörte lyrische Bewegtheit und feinste Lautstärkedifferenzierungen. Gunther Erdmanns Chorzyklus „Wasser murmelt, Wasser rieselt“ nach finnischen, französischen und deutschen Volksdichtungen beeindruckte durch eigenwillige moderne Schönheit und hohen Anspruch an das kleine Ensemble. Das war erster Höhepunkt bewundernswerter Klangkultur, die sich durch herausragende Sprachbewältigung durch den Chor auszeichnete.
 Und dann kam er, der „Gutzgauch“. Er saß auf dem Zaune und kuckuckte und jubilierte über See und Wald und ließ die Schäferin keck und übermütig im Gras sitzen. Gar reizvolle Kuckucksgeschichten und andere Besonderheiten erfuhren die Hörer außerdem noch vom freundlichen Moderator. Erzähllieder voll Feinsinn präsentierten die vortrefflichen Sängerinnen. Ob vom blöden Hans oder vom schmollenden Lieschen, das schließlich sogar Lachen und Singen lernte. Sie alle waren Glanzlichter in Ausstrahlung und Gestaltung. Madrigale wie Haßlers „Tanzen und Springen“ erfreuten. „Villanella alla Napolitana“ bezauberte mit blühendem Melos.
 Das märkische Volkslied „Lass doch der Jugend ihren Lauf“ kam ländlerisch-gemächlich, aber bestechend ausdrucksstark, daher. Mit Schwung und Rhythmus überzeugte anschließend die „Ungareska“, ein mit Text versehenes, eigentliches Orgelstück von Jacob Paix. „Mondlicht“ von Christian Lahusen und Theodor Storm wuchs mit Sanftheit und Friedensstimmung in Höchstform zum krönenden Finale. Fantastisch das äußerst sensible Dirigat von Annette Borck – ein Klangwunder der ausgefeilte Gesang der bescheidenen Interpreten.
Und da immer noch Sanierungsarbeiten in der Taucherkirche anstehen, waren die Spenden am Konzertende sehr willkommen.

Christa Vogel

Diese Seite wurde zuletzt von Thorsten Reimann am 24 Februar, 2010 aktualisiert.

    

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